Blick auf die Kirche in Ebolowa

„Mein Auslandsjahr in Uganda: Eine der nachhaltigsten Entscheidungen meines Lebens“

Vor 10 Jahren ist Verena Storch aus Kirchhasel, Hünfeld von ihrem Freiwilligendienst in Uganda zurückgekehrt. Die Zeit in Ostafrika hat ihr Leben verändert. Bei Anna Kremer aus Poppenhausen ist die Situation ganz anders. Sie steht am Anfang ihres Aufenthalts in Kamerun und blickt gespannt auf die Monate, die jetzt vor ihr liegen. Ein Bericht über zwei junge Frauen und ihren Freiwilligendienst über das Bistum Fulda.

 

Für Anna steigt allmählich die Spannung. In wenigen Wochen wird sie sich in ein Flugzeug setzen und über 5.000 km weiter südlich wieder aussteigen. Eigentlich befindet sich Anna gerade im Studium, um Lehrerin für Französisch, Mathematik und Sport zu werden. Doch jetzt sucht sie die Unterbrechung, um den Schulalltag in einem anderen Kulturkreis kennenzulernen. Im Süden Kameruns, in Ebolowa befindet sich die weiterführende Schule, an der Anna ihren Freiwilligendienst leisten wird.


„Ich bin mir sehr bewusst, dass ich als Gast an die Schule komme und es für mich eine unglaubliche Chance ist, einige Zeit dort mitzuleben und eine neue Lebenswelt kennenzulernen. Ich hoffe sehr, dass diese Dankbarkeit auch rüberkommt.“ Trotz der vielen Vorbereitungen, die sie mit Begleitung durch das Bistum Fulda getroffen hat, weiß sie am Ende nicht genau, was sie erwartet. Es ist ein Schritt ins Ungewisse, aber die Neugier und Offenheit für das Neue überwiegen, wenn auch aus Ihrem Umfeld immer wieder Zweifel kommen.


Ähnlich ging es Verena kurz bevor sie vor 11 Jahren ihren Freiwilligendienst in einer Pfarrei in der Nähe von Hoima (Uganda) begonnen hat. Rückblickend sagt sie: „Der Weg der tatsächlichen Entscheidung und die wirkliche Reise dorthin waren durchaus geprägt Unsicherheit darüber, was mich erwarten würde. Aber rückblickend kann ich sagen, dass es eine der besten Entscheidungen meines Lebens war und auch eine der nachhaltigsten. Bis heute beeinflusst mich dieser Aufenthalt.“


So hat sie im Anschluss an ihre Zeit in dem ostafrikanischen Land angefangen, Erziehungswissenschaft und Ethnologie/Afrikanistik zu studieren. Auch ihre Bachelor- und Masterarbeit haben sich an die Erfahrungen im Freiwilligendienst angeschlossen. Dabei hat sich der Blick auf das Erlebte immer wieder verändert: „Ich habe im Laufe der Zeit den Aufenthalt, mein Verhalten und meine Erlebnisse immer wieder neu durch die vielen Gespräche mit Projektpartnern und Freunden vor Ort reflektiert und so durch verschiedene Brillen betrachtet: Kirche, Freiwilligendienst, Postkolonialismus, Rassismus, europäische Privilegien und Auswirkungen der Umweltzerstörung.“ Heute bietet Verena Seminare an, um auf die Folgen unseres Handelns hier in Europa für die Menschen am anderen Ende Erde aufmerksam zu machen

Anna Kremer aus Poppenhausen wird ab dem 21.08. als Freiwillige in einer weiterführenden Schule in Ebolowa, Kamerun sein 
Anna Kremer aus Poppenhausen wird ab dem 21.08. als Freiwillige in einer weiterführenden Schule in Ebolowa, Kamerun sein
 
Verena Storch mit Fr. Andrew Mwesigwa Ateenyi, einem ihrer „Kulturerklärer“, an einem der Kraterseen im Rewenzori Gebirge  
Verena Storch mit Fr. Andrew Mwesigwa Ateenyi, einem ihrer „Kulturerklärer“, an einem der Kraterseen im Rewenzori Gebirge

Beide jungen Frauen haben ihren Freiwilligendienst in Kooperation mit dem Bistum Fulda geplant, das Beziehungen zu Personen und Projekten in der ganzen Welt pflegt und in einige dieser Projekte auch Freiwillige im Rahmen des weltwärts-Programms entsendet. Dabei sollen alle jungen Erwachsenen – unabhängig vom persönlichen Umfeld, den finanziellen Möglichkeiten und des Schulabschlusses – die Chance bekommen, für 9-12 Monate ins Ausland zu gehen. Eine Chance, die den meisten Menschen im globalen Süden verwehrt bleibt, wie Verena aus eigener Erfahrung weiß: Einem ihrer Freunde aus Uganda wurde die Einreise nach Deutschland verwehrt, während sie bloß einen Antrag ausfüllen muss, um einreisen zu können.


Auch deshalb engagiert sich Verena heute entwicklungspolitisch. Sie möchte erreichen, dass den Menschen hier in Deutschland bewusst wird, wie sehr durch Konsum, durch Reisen und letztlich durch das eigene Verhalten insgesamt, Menschen in Uganda, in Kamerun und vielen anderen Ländern direkt betroffen sind. Eine Verantwortung liege dabei auch bei den Freiwilligen, wie diese sich vor Ort verhalten und welches Bild sie von den Menschen im Land nach Deutschland vermitteln. Auf jeden Fall solle sich keiner von Klischees, Stereotypen und den Befürchtungen von Familie und Freundeskreis abschrecken lassen, die Erfahrung eines Freiwilligendienstes zu machen. Eine solche Reise müsse gut überlegt sein und wenn die Packliste abgearbeitet sei, könne man sich darauf freuen, dass eine aufregende und lehrreiche Zeit anstehe, in der man lernt, mutig und selbständig zu sein, sich selbst und das eigene Weltbild zu hinterfragen und neue Menschen ins Herz zu lassen. Eine Zeit, auf die sich Anna in den kommenden Monaten in Kamerun ganz intensiv einlassen wird.



 
Wer sich ebenfalls für einen Freiwilligendienst mit dem Bistum Fulda interessiert, kann sich noch bis Ende Oktober 2019 für eine Ausreise im Sommer 2020 bewerben.

Bistum Fulda


Freiwilliger Sozialer Dienst im Ausland

Paulustor 5

36037 Fulda


 



Postfach 11 53

36001 Fulda

 



Telefon: 0661 / 87-428

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